267 I Endlich eine echte Chance für unsere Rente?
Shownotes
Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot frischen Wind in die private Altersvorsorge bringen. Staatliche Zuschüsse, steuerliche Vorteile und die Möglichkeit, langfristig in Aktien und ETFs zu investieren, eröffnen neue Chancen für den Vermögensaufbau. Doch für wen lohnt sich das neue Modell wirklich? In dieser Folge von FINANZDIALOG sprechen Marc Seifer und Dominique Meßmer darüber, wie das Altersvorsorgedepot funktionieren soll und welche Vor- und Nachteile Anleger kennen sollten. Sie erklären die Unterschiede zwischen einem geförderten Altersvorsorgedepot, einem klassischen ETF-Depot und fondsgebundenen Rentenversicherungen. Außerdem geht es darum, warum Kosten, Flexibilität und die spätere Auszahlung entscheidend sind und weshalb trotz staatlicher Förderung kein Grund besteht, vorschnell zu handeln. Denn eine erfolgreiche Altersvorsorge hängt nicht vom einzelnen Produkt, sondern von der passenden langfristigen Strategie ab. Diese Podcastfolge wurde unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. Die Inhalte basieren auf der fachlichen Expertise und den Einschätzungen von Sommese & Kollegen.
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00:00:00: Speaker: Herzlich willkommen zum Finanzdialog. Das Wissen zum Hören der Finanzstrategie zum Vermögensaufbau und nachhaltige Strategien zur Geldanlage. Das sind unsere Themen. Sie erhalten tiefe Einblicke und wertvolle Insider Tipps. Schön, dass Sie dabei sind. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Finanzdialogs. Heute sprechen wir über ein Thema, das uns wahrscheinlich alle irgendwann betrifft unsere Rente. Und da gibt es tatsächlich Neuigkeiten. Ab zwei tausend sieben und zwanzig kommt das neue Altersvorsorgedepot. Dominik Ist das endlich die große Revolution bei der privaten Altersvorsorge? Hallo Marc. Revolution ist vielleicht ein großes Wort, aber ich finde, es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn zum Ersten Mal bekommen wir in Deutschland eine staatlich geförderte Altersvorsorge, bei der wir auch ohne klassische Beitragsgarantie langfristig in Aktien und ETFs investieren können. Das klingt ja erstmal ziemlich gut. Aber bevor wir ins Detail gehen warum brauchen wir überhaupt noch ein neues Altersvorsorgeprodukt? Wir haben doch schon die gesetzliche Rente, Riester und verschiedene private Lösungen. Genau da liegt das Problem. Viele Menschen verlassen sich immer noch zu stark auf die gesetzliche Rente. Gleichzeitig wissen wir, dass immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren müssen. Und wenn wir unseren Lebensstandard im Alter halten wollen, wird eine zusätzliche private Vorsorge für viele Menschen unverzichtbar. Das heißt, die gesetzliche Rente bleibt zwar ein wichtiger Baustein, aber sie wird für viele nicht ausreichen. Ganz genau. Und deshalb finde ich die Idee hinter dem Altersvorsorgedepot grundsätzlich richtig. Der Staat sagt jetzt Wer selbst für seine Zukunft spart, soll dabei unterstützt werden. Und zwar nicht nur mit Steuervorteilen, sondern auch mit direkten Zuschüssen. Dann erklär uns doch mal, wie das neue Depot funktioniert. Ist das einfach ein normales ETF Depot, bei dem der Staat etwas dazugibt. Im Grunde genommen ist das eine gute Beschreibung, aber es gibt wichtige Unterschiede. Bei einem normalen ETF Depot investierst du dein Geld und kannst grundsätzlich jederzeit darauf zugreifen. Beim Altersvorsorgedepot ist das Kapital langfristig für den Ruhestand vorgesehen. Dafür bekommst du staatliche Förderung und hast steuerliche Vorteile während der Ansparphase. Und das Besondere ist, dass ich auch vollständig in Aktienfonds investieren kann. Ja, Bisher waren bei staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten häufig Garantien vorgeschrieben und Garantien kosten langfristig oft Renditechancen. Beim neuen Altersvorsorgedepot kann man bewusst auf eine Garantie verzichten und damit stärker auf die langfristige Entwicklung der Kapitalmärkte setzen. Aber natürlich mit dem Risiko, dass die Börse auch mal deutlich nach unten geht. Absolut. Das darf man nicht vergessen. Die Börse ist keine Einbahnstraße. Aber wer noch dreißig oder vierzig Jahre Zeit hat, für den können zwischenzeitliche Schwankungen durchaus verkraftbar sein, wenn die Anlagestrategie zu ihm passt. Jetzt kommen wir wahrscheinlich zur spannendsten Frage Wie viel Geld bekomme ich denn eigentlich vom Staat? Die Förderung ist künftig relativ einfach aufgebaut. Für die ersten drei hundert sechzig Euro, die du pro Jahr selbst einzahlst, bekommst du fünfzig Prozent als Zulage. Das sind also ein hundert achtzig Euro vom Staat für weitere Einzahlungen bis insgesamt ein tausend acht hundert Euro. Jährlich gibt es zusätzlich fünf und zwanzig Prozent Förderung. Machen wir das doch mal konkret. Angenommen, ich spare jeden Monat ein hundert fünfzig Euro für meine Altersvorsorge. Dann zahlst du im Jahr ein tausend acht hundert Euro ein. Dafür erhältst du bei voller Förderberechtigung insgesamt fünf hundert vierzig Euro staatliche Grundzulage. Moment mal, ich spare Acht hundert Euro und der Staat legt fünf hundert vierzig Euro obendrauf. Richtig. Damit fließen insgesamt zwei tausend drei hundert vierzig Euro in deine Altersvorsorge. Und dieses Geld kann dann langfristig für dich arbeiten. Das ist schon eine ordentliche Unterstützung. Und für junge Menschen gibt es doch noch etwas Besonderes. Genau. Wer vor seinem fünf und zwanzigste Geburtstag einen entsprechenden Altersvorsorgevertrag abschließt und die Voraussetzungen erfüllt, kann zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von zwei hundert Euro erhalten. Und auch für Familien gibt es interessante Kinderzulagen. Das heißt, insbesondere junge Menschen und Familien sollten sich dieses neue Modell genauer anschauen. Auf jeden Fall. Wobei wir immer sagen Die Förderung allein macht noch keine gute Altersvorsorge. Entscheidend sind auch die Kosten, die Anlagestrategie und natürlich die persönlichen Ziele. Dominik Wir sprechen in unserer Beratung ja häufig über den Zinseszinseffekt. Und gerade bei der Altersvorsorge spielt die Zeit eine enorme Rolle. Absolut. Und ich sage immer Das größte Kapital eines jungen Menschen ist häufig nicht das Geld auf seinem Konto, sondern die Zeit, die er noch vor sich hat. Wenn du mit drei und zwanzig Jahren anfängst zu sparen, hast du bis zum Ruhestand möglicherweise mehr als vierzig Jahre Zeit. Und in dieser Zeit erwirtschaftet nicht nur mein eingezahltes Geld Erträge, sondern im Idealfall auch die bereits erwirtschafteten Erträge. Und das ist die eigentliche Stärke des langfristigen Investierens. Deshalb muss man auch nicht unbedingt mit großen Summen beginnen. Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen und regelmäßig dranzubleiben. Also lieber früh mit fünfzig oder ein hundert Euro starten als mit fünf und vierzig festzustellen, dass man eigentlich schon vor zwanzig Jahren hätte anfangen sollen? Exakt. Wobei auch mit fünf und vierzig noch viel möglich ist. Entscheidend ist, dass man sich mit seiner Situation beschäftigt und einen Plan entwickelt. Jetzt haben wir über viele Vorteile gesprochen, Aber ich vermute, ganz ohne Haken funktioniert das Ganze nicht. Natürlich nicht. Ein wichtiger Punkt ist die eingeschränkte Verfügbarkeit. Das Geld ist für die Altersvorsorge vorgesehen und nicht dafür, dass du dir in fünf Jahren ein neues Auto kaufst oder eine Immobilie finanzierst. Wer also flexibel bleiben möchte, sollte nicht sein gesamtes Vermögen in dieses Depot stecken. Ganz genau. Und ein zweiter wichtiger Punkt ist die Besteuerung. Während der Ansparphase werden Kapitalerträge innerhalb des Vertrags nicht laufend besteuert. Dafür werden die Leistungen später bei der Auszahlung grundsätzlich nachgelagert besteuert. Das bedeutet also Steuerlich habe ich während des Sparens Vorteile, aber im Ruhestand muss ich die Auszahlungen versteuern. Richtig. Und deshalb müssen wir immer die gesamte Laufzeit betrachten. Wie hoch ist die Förderung heute? Welche Kosten fallen an, welche Steuern entstehen später und wie flexibel bin ich eigentlich? Das klingt nach einem wichtigen Punkt. Denn nur weil irgendwo staatliche Förderung draufsteht, muss das nicht automatisch für jeden die beste Lösung sein. Stimmt. Was ich besonders wichtig finde Die Kosten können über mehrere Jahrzehnte einen enormen Unterschied machen. Deshalb sollte man sich die tatsächlichen Vertrags und Anlagekosten sehr genau anschauen. Eine Frage, die sich jetzt wahrscheinlich viele stellen Warum sollte ich überhaupt ein Altersvorsorge Depot eröffnen, wenn ich schon einen ETF Sparplan habe? Gute Frage. Ein normales ETF Depot hat einen großen Vorteil die Flexibilität. Du kannst frei entscheiden, wann du investierst und wann du wieder Geld entnimmst. Beim Altersvorsorgedepot bekommst du dagegen staatliche Förderung und steuerliche Vorteile innerhalb des Vertrags. Verpflichtest dich aber auch dazu, das Kapital langfristig für deine Altersvorsorge zu verwenden. Also könnte es durchaus sinnvoll sein, beides miteinander zu kombinieren. Absolut. Und das ist auch der Gedanke, den wir in unserer Beratung verfolgen. Wir wollen nicht einfach irgendein Produkt verkaufen, sondern eine passende Gesamtstrategie entwickeln. Vielleicht ist ein Teil des Vermögens für die flexible Geldanlage vorgesehen, während ein anderer Teil ganz bewusst für die Altersvorsorge reserviert wird. Und dann gibt es ja auch noch fondsgebundene Rentenversicherungen, die ebenfalls steuerliche Vorteile bieten können. Richtig. Auch die sollte man nicht pauschal ausschließen. Denn je nach persönlicher Situation, Anlagehorizont, Kostenstruktur und Auszahlungswunsch können unterschiedliche Lösungen sinnvoll sein. Es geht nicht darum, welches Produkt auf dem Papier am besten aussieht. Es geht darum, welches Konzept langfristig zum Menschen passt. Eine letzte Frage habe ich noch. Was passiert denn später mit meinem Altersvorsorgedepot bekomme ich mein gesamtes Geld auf einmal ausgezahlt. Das ist nicht der Gedanke dahinter. Das Kapital soll deinen Lebensunterhalt im Ruhestand ergänzen. Künftig kann man sich unter anderem zwischen einer lebenslangen Rentenzahlung und einem langfristigen Auszahlungsplan entscheiden. Also könnte ich mir über einen bestimmten Zeitraum jeden Monat Geld aus meinem Depot auszahlen lassen. Genau solche Auszahlungspläne müssen bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen und mindestens bis zum fünf und achtzigste Lebensjahr reichen. Und hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied. Eine lebenslange Rente bietet eine andere Absicherung als ein Auszahlungsplan, bei dem das Kapital irgendwann aufgebraucht sein kann. Das muss man bei seiner Ruhestandsplanung also unbedingt berücksichtigen. Richtig, Denn unser Ziel sollte nicht nur sein, möglichst viel Vermögen aufzubauen. Wir müssen uns auch überlegen, wie wir dieses Vermögen später sinnvoll nutzen. Dominik Wenn du das neue Altersvorsorgedepot in wenigen Sätzen bewerten müsstest, was ist dein Fazit? Ich sehe die Reform grundsätzlich positiv. Endlich werden langfristige Kapitalmarktanlagen stärker in die staatlich geförderte Altersvorsorge eingebunden. Aber das Altersvorsorgedepot ist kein Wundermittel. Es ist ein weiterer Baustein, den man sinnvoll in eine persönliche Finanzstrategie integrieren kann. Und wahrscheinlich gilt wieder unser alter Grundsatz Nicht das einzelne Produkt entscheidet über den Erfolg, sondern die richtige Strategie. Ganz genau. Und vor allem sollte man nicht vergessen Die beste Altersvorsorge ist die, die zu den eigenen Zielen passt und die man auch langfristig durchhält. Dann sind wir gespannt, welche konkreten Angebote ab zwei tausend sieben und zwanzig tatsächlich auf den Markt kommen und vor allem, wie diese bei Kosten, Anlageauswahl und Flexibilität ausgestaltet werden. Denn das wird am Ende entscheidend sein. Jetzt wird hier in der Finanzbranche schon kräftig für das neue Altersvorsorgedepot geworben. Wenn man sich manche Werbung anschaut, könnte man fast meinen, man müsste sofort handeln, um sich die staatliche Förderung zu sichern. Ja, und genau deshalb möchte ich an dieser Stelle etwas ganz Wichtiges sagen Es besteht aktuell überhaupt kein Grund zur Eile. Die neuen Altersvorsorgedepots werden ohnehin erst ab dem erste Januar zwei tausend sieben und zwanzig angeboten. Das heißt, ich muss jetzt noch gar nichts abschließen. Richtig. Und selbst im nächsten Jahr muss man nicht gleich im Januar loslegen. Denn die staatliche Förderung richtet sich nach den Einzahlungen im jeweiligen Kalenderjahr und nicht danach, in welchem Monat man den Vertrag eröffnet. Das bedeutet, ich könnte theoretisch sogar erst im Dezember zwei tausend sieben und zwanzig ein Altersvorsorge Depot eröffnen und trotzdem noch die volle Förderung für zwei tausend sieben und zwanzig bekommen. Ganz genau. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst und bis zum Jahresende die entsprechenden Beiträge einzahlst, kannst du auch dann noch die volle Jahreszulage erhalten. Bei ein tausend acht hundert Euro Eigenbeitrag wären das beispielsweise fünf hundert vierzig Euro Grundzulage. Also lieber erst einmal abwarten, welche Anbieter und Lösungen tatsächlich auf den Markt kommen. Genau das ist mein Rat. Wir werden uns die verschiedenen Angebote ganz genau anschauen. Welche Kosten fallen an, welche Anlagemöglichkeiten gibt es und wie flexibel sind die Verträge tatsächlich? Denn nur weil ein Produkt als erstes auf dem Markt ist, muss es ja nicht automatisch das Beste sein. Richtig. Deshalb unser Appell Lassen Sie sich nicht von Werbung oder vermeintlichem Zeitdruck zu einer vorschnellen Entscheidung verleiten. Wir haben genügend Zeit, die Angebote sorgfältig zu vergleichen und eine passende Lösung zu finden. Also keine Angst, etwas zu verpassen. Lieber gut informiert entscheiden. Ganz genau. Bei der Altersvorsorge geht es schließlich um Jahrzehnte. Da kommt es auf die richtige Entscheidung an und nicht auf ein paar Wochen früher oder später. Damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge. Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten für Ihre persönliche Altersvorsorge sinnvoll sein könnten, sprechen Sie uns gerne an! Denn finanzielle Klarheit ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge unseres Finanzdialogs. Bis zum nächsten Mal! Das war der Finanzdialog, das Wissen zum Hören der Finanzstrategie, so Meese. Natürlich ist dieser Podcast keine Anlageempfehlung, denn jede Anlageentscheidung muss individuell getroffen werden. Idealerweise ist sie Teil einer ganzheitlichen Strategie, die exakt zu Ihnen passt. Dazu müssten wir uns persönlich kennenlernen. Besuchen Sie uns auf Sumise.de.
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