265 I Steuern sparen bei der Geldanlage
Shownotes
Geld anlegen ist das eine. Entscheidend ist aber auch, was nach Kosten, Steuern und Inflation tatsächlich übrig bleibt. Doch nicht jeder Steuervorteil macht eine Geldanlage automatisch besser. In dieser Folge von FINANZDIALOG sprechen Nadine Kostka von Liebinsfeld und Toni Sommese darüber, welche Möglichkeiten Anleger haben, ihre Geldanlage steuerlich sinnvoll zu gestalten. Sie zeigen, welche Rolle Freistellungsauftrag, Verlustverrechnung und Teilfreistellungen spielen, wie sich Steuern langfristig aufschieben lassen und wann Versicherungs- oder Altersvorsorgelösungen interessant sein können. Außerdem erklären sie, warum gerade im Ruhestand eine durchdachte Entnahmestrategie wichtig wird und weshalb am Ende nicht die niedrigste Steuer entscheidet, sondern eine Anlagestrategie, die zu den persönlichen Zielen passt.
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00:00:00: Speaker: Geld anlegen ist gut. Entscheidend ist aber nicht nur, welche Rendite Sie erzielen, sondern auch, was nach Steuern davon übrig bleibt. Genau darum geht es heute. Wie Steuern Ihre Geldanlage beeinflussen und worauf Anleger achten sollten. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Finanzdialog von Finanzstrategie, Sommese und Kollegen. Mein Name ist Nadine Kostka von Liebinsfeld. Ja, und ich bin auch mit dabei. Toni Sommese, Toni Heute geht es um ein Thema, das fast jeden Anleger beschäftigt Wie kann ich bei meiner Geldanlage eigentlich Steuern sparen? Ja, Nadine, oder noch genauer gesagt Welche Möglichkeiten gibt es wirklich? Und wann klingt ein Steuervorteil besser, als er vielleicht am Ende tatsächlich ist? Ja, Rendite ist ja eine Sache. Entscheidend ist aber für uns immer, wie viel nämlich nach Kosten, Steuern und Inflation tatsächlich bei den Mandanten übrig bleibt. Das ist richtig, Nadine. Trotzdem sollte man eine Anlage, egal welche, nie nur deshalb auswählen, weil sie Steuervorteile verspricht. Erst kommen doch die persönlichen Ziele und die passende Anlagestrategie und danach prüfen wir. Oder sollte der Anleger dies tun? Wie sich diese Strategie mit steuerlichen Fragen verbindet oder zusammensetzt? Dann kommen wir doch mal zum Ersten Punkt. Die einfachste aller Möglichkeiten, nämlich der Sparerpauschbetrag, den kennen ja wirklich fast alle. Toni was bedeutet denn das konkret? Ja, Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder realisierte Kursgewinne unterliegen grundsätzlich der Abgeltungssteuer. Die kennen viele. Das sind die fünf und zwanzig Prozent Abgeltungssteuer. Jeder private Anleger in Deutschland hat jedoch einen Sparerpauschbetrag von ein tausend Euro. Viele kennen das den Sparerpauschbetrag eher unter dem Wort Freistellungsauftrag. Das heißt, ich kann bis ein tausend Euro pro Person steuerliche Erträge haben, ohne die Abgeltungssteuer zu bezahlen. Und bei Eheleuten wären es dann die doppelte Summe, Die hätten dann zusammen zwei tausend Euro. Ja, aber damit die Bank diesen Freibetrag doch tatsächlich berücksichtigt, muss dieser Freistellungsauftrag ja auch hinterlegt sein. Also wer Konten oder Depots bei mehreren Banken besitzt, kann den Freibetrag auch aufteilen. Dabei lohnt es sich regelmäßig auch die Frage zu stellen Ist mein Freistellungsauftrag momentan überhaupt sinnvoll verteilt und schöpfe ich ihn auch aus? Und das klingt vielleicht zunächst nach einer kleinen Stellschraube. Aber über viele Jahre hinweg gehört auch das konsequente Nutzen von Freibeträgen zu einer guten Vermögensplanung. Toni. Ja, es gibt noch eine Besonderheit an dem Thema Abgeltungssteuer. Es gibt die sogenannte Günstigerprüfung. Ich weiß nicht, ob du das im Alltag hast. Nadine kommt eigentlich sehr selten vor, dass wir diese Thematik haben. Das heißt, wenn ein Anleger sein individueller Steuersatz unter fünf und zwanzig Prozent ist, dann kann er die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückholen. Ich mache jetzt mal ein Beispiel. Jetzt wäre ich Rentner, habe kaum Einkünfte und ich hätte einen Steuersatz von fünfzehn Prozent, habe aber auf meine Kapitalerträge fünf und zwanzig Prozent Abgeltungssteuer gezahlt. In dem Beispiel wäre es günstiger, die fünfzehn Prozent zu nehmen. Und dieses günstige Prinzip geht auch, in dem man in seiner Steuererklärung die Daten angibt und die in diesem Fall zu viel gezahlte Abgeltungssteuer von zehn Prozent zurückholt. Das ist nicht so der Alltag, weil leider viele Rentner sind auch oft schon über fünf und zwanzig Prozent. Steuer kommt sehr selten vor. Aber wir wollten es trotzdem nicht unterschlagen, weil es ja eine interessante Facette sein kann. Für den Einzelnen vielleicht ja. Und wenn aufgrund der gesamten Einkommenssituation voraussichtlich nämlich überhaupt keine Einkommensteuer anfällt, kann nämlich unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung infrage kommen. Wird die bei der Bank eingereicht, können die Kapitalerträge ohne folgenden Steuerabzug ausgezahlt werden. Und eine solche NV Bescheinigung also nicht Veranlagungsbescheinigung kann kann übrigens auch für Kinder beantragt werden, nämlich wenn deren Einkünfte zum Beispiel aus Kapitalanlagen voraussichtlich unter dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen. Toni. Ja, da würde ich noch mal tiefer reingehen, weil das hört sich so abstrakt an Der steuerliche Grundfreibetrag in Deutschland ist über zehn tausend Euro. Das heißt, bis zu diesem Betrag kann man Geld verdienen, ohne überhaupt einen Euro Steuern zu zahlen. Das heißt, er liegt etwas drüber, aber wir bleiben mal um es. Vereinfachungsgründe. Bei zehn tausend Euro habe ich also wenige Einkünfte, zum Beispiel durch Kapitalerträge von zehn tausend Euro brauche ich auch keine Kapitalertragssteuer zu zahlen, weil wie du das gut gesagt hast Nadine, ich mit eine NV Bescheinigung hier die Möglichkeit habe, mich befreien zu lassen. Wichtig ist natürlich dabei, wenn man gerade bei Kindern bleiben Das Geld und die Erträge müssen tatsächlich auch den Kindern gehören. Man kann doch nicht ein bisschen hin und her schieben, sondern das muss das Geld auch juristisch von den Kindern sein. Ja. Außerdem kann es bei etwaigen höheren Einkünften auch wieder Themen geben, ob vielleicht Krankenkassenbeiträge bezahlt werden. Thema Bafög kann eine Rolle spielen. Also man muss das wirklich in einem sehr, sehr genauen Einzelfall prüfen, ob eine NV-Bescheinigung für Kinder sinnvoll ist. Wir haben schon einige Fälle gesehen, da ist das so, aber es bleibt eine Einzelfallprüfung. Nadine Ja, sehr gut. Also dann haben wir den Punkt schon mal! Dann kommen wir zu einem anderen, den viele nämlich erst dann beachten, wenn sich eine Anlage schlecht entwickelt. Das ist nämlich der Punkt der Verlustverrechnung. Also sprich Verluste aus Kapitalanlagen können steuerlich nämlich durchaus auch relevant sein, auch wenn man sie natürlich nicht gerne hat. Sie lassen sich grundsätzlich nämlich mit passenden positiven Erträgen verrechnen oder sogar in spätere Jahre vortragen. Und für Aktienverluste gelten hier noch mal besondere Regeln. Sie können nämlich grundsätzlich nur mit Gewinn auch aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Ja, man muss in derselben Einkommensklasse bleiben. Das hast du schon gesagt. Früher war das alles einfacher. Da konntest du Aktiengewinne auch mal mit Fonds und ETFs gewinnen. Verrechnen. Aber heute geht das nicht mehr. Das heißt Aktiengewinne mit Aktiengewinne oder ETF, Gewinne mit ETFverlusten. Es geht ja um die Verrechnung. Bleiben wir da mal an einem Beispiel. Jetzt haben wir eine Position. Der Anleger hat einen Gewinn von zwanzig tausend gemacht und verkauft diese Position. Jetzt würde er ja fünf und zwanzig Prozent, sprich fünf tausend Euro Abgeltungssteuer zahlen. Gleichzeitig besitzt er aber noch eine Position, die zehn tausend im Minus ist und wo er eigentlich die ganze Zeit denkt Na ja, die will ich eigentlich auch gar nicht mehr behalten, weil die kommt nicht mehr hoch. In dem Beispiel müsste man dann sagen, man verkauft auch die Verlustposition, weil dann habe ich die zehn tausend Verlust kann den Gewinn von zwanzig gegenrechnen heißt Ich habe nur zehn tausend Euro Gewinn, aus den ist Abgeltungssteuer zahlen muss. Steuerrecht ist zwar immer erst ein bisschen komplex, aber es darf nicht sein, dass im Depot dann lauter Positionen sind im Minus und man hat jedes Mal Gewinne auf die verkauften Abgeltungssteuer Positionen verkauft haben. Da ist es wichtig, auch eine gute steuerliche Verrechnung im Depot gedanklich sich oder einfach umzusetzen. Ja, sehr gut. Also das heißt, man muss natürlich immer auch gucken, dass man nicht zu viele negative Positionen im Depot hat, weil erst sollte man natürlich gut auf eine gute Anlagestrategie setzen, bevor man jetzt unter steuerlichen Optimierungsgesichtspunkten in schlechten ETF kauft. Ja, da bin ich bei dir. Die Strategie steht natürlich am Anfang über alles. Genau. Also ein Begriff, den viele Anleger auch schon mal gehört haben, aber vielleicht nicht richtig einordnen können, ist die Teilfreistellung. Da wollen wir auch noch mal kurz drauf eingehen. Was steckt da dahinter? Ja, Nadine Bei bestimmten Investmentfonds wird nicht die gesamte steuerliche Ertrag besteuert. Bei Aktienfonds sind für private Anleger grundsätzlich dreißig Prozent der Erträge steuerlich freigestellt. Bei Mischfonds sind das unter den gesetzlichen Voraussetzungen rund fünfzehn Prozent und bei Immobilienfonds rund sechzig Prozent. Bei ausländischen Immobilienfonds könnten sogar achtzig Prozent freigestellt werden. Aber Toni, diese Teilfreistellung betrifft ja nicht nur Ausschüttungen, sondern grundsätzlich auch Vorabpauschalen und Gewinne beim Verkauf. Ja, das ist das, wo es immer das steuerliche Thema sehr, sehr kompliziert ist. Also man muss hier so ein bisschen wieder die Ebenen trennen. Diese Teilfreistellung, die beginnt immer in der Fondsebene im Vergleich zu dem, was ich am Ende wirklich auf meinem Konto habe. Deswegen ist es so, dass auch hier der Freistellungsauftrag, wie wir eben schon mal hatten, eine Rolle spielen kann, dass der Berücksichtigung findet, wenn es in die sogenannte Vorabpauschale geht, Also Teilvorstellung unter uns. Furchtbares Konstrukt. Kaum nachvollziehbar. Ist in Zügen positiv, Aber da muss man auch mal ehrlich sein, sage ich manchmal dem Anleger. Auch das ist nicht gottgegeben, aber Finanzamt gegeben und dadurch kannst du da auch nichts groß verändern. Könnte also ein Fonds ETF wird also nicht allein durch die günstige Besteuerung zu einer guten Anlage, sondern wie immer Qualität, Risikostreuung, Kosten und auch die Einbindung in die Gesamtstrategie sind ja entscheidend. Ja gut, im Grunde geht es auch darum. Da würde ich fast mal einen kleinen Exkurs machen in den Podcast. Ganz ehrlich Man zahlt gerne Steuern auf Gewinne und wenn man viel Steuern, viel Abgeltungssteuer zahlt, hat man ja auch hohe Gewinne. Und das ist das, wo du richtig sagst, da müssen wir hin, die Anlagestrategie zu machen, zu finden, dass sich Gewinne habe und die Vermeidung, da gehen wir ja gleich weiter noch mal hin. Ist ja auch nur ein Themenblock. Ja, bleiben wir bei diesem Themenblock. Dennoch, in dem wir an den Punkt kommen, kann man aufschieben. Die Steuern. Ja, weil Steuern sparen bedeutet nicht immer, eine Steuer vollständig zu vermeiden. Manchmal liegt der Vorteil auch darin, sie möglichst lange aufzuschieben. Das nennt man Steuerstundungseffekt. Geld, das heute noch nicht mit der Steuer belegt wird, bleibt. So wird investiert und kann auch weitere Erträge bringen. Ja, und bei Fonds gibt es zwar auch Ausschüttungen und gegebenenfalls diese Vorabpauschale, aber darüber hinausgehend noch nicht. Realisierte Wertsteigerungsteigerungen bleiben grundsätzlich bis zu einem späteren Verkauf investiert. Ja, das beschreibt noch mal diesen Stundungseffekt Nadine. Deshalb kann eine langfristige Strategie mit wenigen, gut überlegten Umschichtungen gleich doppelt interessant sein. Sie kann dem Anleger Transaktionskosten sparen und die Besteuerung von Kursgewinnen, also von Teilen davon, einfach zeitlich nach hinten schieben. Somit Häufiges Handeln ist also automatisch nicht besser, weder für die Rendite noch für die steuerliche Auswirkung, wie es so schön heißt, hin und her macht Taschen leer. Genau. Also kommen wir noch mal zu einem anderen Punkt. Es gibt nämlich noch eine weitere Möglichkeit. Das sind fondsgebundene Renten, Lebensversicherungen. Denn hier wird ja häufig auch am Markt mit Steuervorteilen geworben. Worauf sollte man denn hier achten? Zunächst wie immer auf das Gesamtkonzept Kosten, Flexibilität, Anlageauswahl und Vertragsbedingungen. Ich will das noch mal ein bisschen aufführen. Es bringt dir nichts, wenn du eine Police hat. Die hat hohe Kosten und die frisst ja Nadine einfach den Steuervorteil auf. Also ich habe da vieles gesehen in den letzten zwanzig Jahren. Da wurde gewahr mit Steuervorteil, aber die Kosten haben es aufgefressen. Dann bringt ja auch keine Police etwas. Wo du vielleicht nur ich übertreibe jetzt mal aus fünf ETFs oder drei Fonds auswählen kannst. Also wenn du mit so einem Modell richtig arbeiten willst, dann brauchst du auch eine sehr gute Vorauswahl. Und das alles fließt ja dann ein in die Vertragsbedingungen. Ja, steuerlich kann ein passender ausgestalteter Vertrag super interessant sein. Bei der Police ist es ja so man steckt einfach das Depot in den Versicherungsmantel und hat diese zusätzlichen steuerlichen Aspekte. Ja, also zum einen gibt es ja eben wie gesagt diese fünfzehn Prozent, die dann auch eben am Anfang von den Erträgen abgezogen werden. Aber dann gibt es ja auch diese zwölf zwei und sechzig Regelung. Das heißt, bei Verträgen, die nämlich nach dem 31. Dezember zwei tausend elf abgeschlossen wurden, kann bei einer Kapitalauszahlung nämlich grundsätzlich nur die Hälfte des steuerlich relevanten Betrages angesetzt werden. Vorausgesetzt natürlich, der Vertrag bestand nämlich mindestens zwölf Jahre und die Auszahlung erfolgte eben nach Vollendung des zwei und sechzigste Lebensjahres. Und hier ist dann die steuerpflichtige Hälfte grundsätzlich mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz, nämlich zu besteuern. Ja, du, das ist eine super interessante Lösung. Gerade diese zwölf hundert zwei und sechzig. Regel nennt man sie ja. Also selbst ich habe jetzt noch mal einen Vertrag abgeschlossen, obwohl ich ja eher langsam an die zwei und sechzig rankommen und mit den zwölf Jahren noch ein bisschen warten muss. Aber das ist einfach ein Stundungseffekt und Teil des Geldes, wo auch ein älterer Anleger sagt Ich will diesen Stundungseffekt für mich nutzen bzw Stundung gleichzeitig bei zwölf Jahren älter wie zwei und siebzig hat ja auch die Hälfte der der Versteuerung nur zum Vorteil. Von dem her muss ich sagen, vielleicht hier wirklich interessant für junge Menschen, die langfristig sparen, aber auch für größere Vermögen, die man steuerlich optimieren will. Aber da will ich noch mal zu den Kosten was sagen, weil ja eben schon ein Verfechter bei mir. An der Stelle würde ich dem dem Hörer noch mal zurufen, dass es sogenannte Netto Policen gibt. Es gibt viele Fonds Policen, das heißt Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen im Fondsmantel, der sogenannte Bruttolysen sind. Das heißt, da gehen unheimlich viele Gebühren in den ersten Jahren weg. Am Markt gibt es Anbieter, die sogenannte Nettolysen haben. Die sind extrem kostengünstig. Und bei Nettobolysen hast du auch wirklich den Vorteil, dass da der Steuervorteil nicht aufgefressen wird von etwaig hohen Gebühren. Sehr gut. Also dann kommen wir noch mal grundsätzlich zu der Altersvorsorge, nämlich. Dort gibt es auch steuerlich geförderte Möglichkeiten im Rahmen beispielsweise der Basisrente oder betrieblichen Altersvorsorge. Jannat In Beiträge können innerhalb gesetzlicher Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Dafür ist das Kapital aber meist stärker gebunden und steht nicht flexibel zur Verfügung wie in einem normalen Depot. Vielleicht ergänze ich da noch mal das Beispiel. Eine Basisrente, was viele noch als Rürup Rente kennen. Du zahlst zwanzig tausend ein und kannst davon einen sehr hohen Prozentsatz. Wir müssten glaube ich jetzt sogar um die siebzig Prozent liegen steuerlich absetzen. Also du würdest sagen Super, ich habe eingezahlt. Kriege sofort Steuern zurück. Aber der Nachteil und deswegen hatte ich ja eben von Flexibilität gesprochen, ist Du kommst an dieses Geld gar nicht mehr ran. Oder nur eingeschränkter? Wer heute also Steuern spart, muss dafür möglicherweise, wie ich eben angedeutet habe, ja Verfügbarkeit, Vererbbarkeit und Auszahlungen akzeptieren. Die vielleicht nicht so zur persönlichen Lebensplanung. Deswegen bei dieser Überschrift in diesem Blog Altersvorsorge und Steuerplanung. Nadine, was du ja gut gesagt hast im Rahmen von betrieblichen Basisrenten oder anderen geförderten Modelle. Da muss man wirklich sich die Zeit nehmen und im Einzelfall das prüfen. So gehen wir weiter. Nicht jede Geldanlage fällt unter die Abgeltungssteuer. Ein bekanntes Beispiel ist physisches Gold, das heißt das Gold, das ich in der Hand habe. Bei bestimmten Wirtschaftsgütern im Privatvermögen können, nämlich Veräußerungsgewinne nach Ablauf einer Spekulationsfrist von zwölf Monaten steuerfrei sein. Und das ist zum Beispiel bei physischem Gold der Fall. Also ich kaufe mir Gold, lasse es ein Jahr liegen und dann sind die Gewinne steuerfrei. Das gab es ganz, ganz früher. Die Älteren werden sich noch erinnern. Gab es das auch mal bei Aktien oder Fonds? Da hat man aber diese einjährige Steuerfreiheit abgeschafft und die Abgeltungssteuer eingeführt. Also ist es durchaus eine interessante Option. Nur das würde aber nichts bringen, wenn der Goldpreis in dem Fall mal nicht gestiegen wäre. Also sind wir wieder da, auf dem richtigen Zeitpunkt zu achten und Strategie. Genau hier sollte man aber trotzdem vorsichtig sein, denn für Zertifikate oder Börsen gehandelte Produkte oder andere Konstruktionen können eben immer auch andere Steuerregeln gelten. Entscheidend ist eben auch hier wieder nicht nur darauf zu achten, worauf ein Produkt wirtschaftlich basiert, sondern auch, wie es rechtlich oder steuerlich ausgestaltet ist. Ja, das ist gut, dass du die Ergänzung noch mal gemacht hast. Deswegen haben wir ja eben auch vom Physischen, also dem Gold in der Hand gesprochen. Es gibt sehr viele, wie du sagst, Zertifikate, Wertpapiere im Goldbereich. Die haben halt diese einjährige Frist nicht. Ja, dann kommen wir noch zu einem weiteren Punkt Die richtige Entnahmestrategie im Ruhestand. Besonders spannend wird Steuerplanung beim Übergang in den Ruhestand. Viele Menschen verfügen dann über verschiedene Einkommens und Vermögensquellen, sei es Tagesgelddepots, Versicherungen, gesetzliche Renten oder auch Immobilien. Dann sollte man nicht automatisch alles aus einem Baustein nehmen, sondern man sollte gleichzeitig sich überlegen, was könnte wann, zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sein. Also sprich welche Diese Einkommensquelle gilt es zu welchem Zeitpunkt zu belegen. Ein kleines Beispiel im Depot und Gewinn verheiratet, zwei tausend Euro Freistellungsauftrag Steuern gespart. Würde man hier als Beispiel zum Beispiel sehen. Genau. Und das ist ein gutes Beispiel, weil je nach Situation kann es dann sinnvoll auch sein, die Freibeträge eben hier miteinzubeziehen und gezielt zu nutzen, dann die Gewinne bewusst dort zu realisieren, wo es sinnvoll ist oder eine größere Auszahlung in einem Jahr mit vielleicht einem niedrigeren steuerpflichtigen Einkommen zu verschieben. Und aus einer reinen Anlagestrategie wird damit eben auch diese langfristige Entnahme oder Steuerstrategie. Wenn es dann über viele Jahre eben passiert, kann die Reihenfolge nämlich bei der Entnahme einen erheblichen Unterschied machen. Ja, die wichtigste Regel darin Wenn wir all diese Möglichkeiten betrachten, könnte man versucht sein zu fragen Wie kann ich maximal Steuern sparen? Ja, das ist ja immer die Gretchenfrage, die sich viele stellen. Und genau das ist eben auch für uns immer wichtig. Wer zum Beispiel fünf tausend Euro spart, dafür aber hohe Kosten, eine schwache Rendite oder die fehlende Flexibilität in Kauf nimmt, hat wirtschaftlich nämlich möglicherweise am Ende gar nichts gewonnen, sondern da war nur dieser Steuerspartrieb im Vordergrund. Ja, und damit sind wir vielleicht an einer wichtigen Zusammenfassung, die ich hier in drei Punkte in eine Reihenfolge bringen will. Erstens Was möchte ich mit meinem Vermögen erreichen? Zweitens Welche Struktur passt zu meinen Zielen, meinem Anlagehorizont und insbesondere auch vielleicht zu meiner Risikoerwartung? Und drittens Wie lässt sich diese Strategie dann steuerlich möglichst effizient umsetzen? Also es geht immer darum, wie du auch eben wieder angedeutet hast, einen klaren Plan mit seinen Geldern zu haben. Und die Steuerkomponente ist, ich nenne das jetzt mal ein bisschen das Tüpfelchen obendrauf. Genau. Also Toni, das ist eben genau noch mal die Zusammenfassung. Nicht die niedrigste Steuer entscheidet, sondern eben das Vermögen, das nach Kosten, Steuern und Inflation auch langfristig eben zur Verfügung steht. Deswegen fassen wir noch einmal zusammen. Es gibt verschiedene Stellschrauben vom Freistellungsauftrag über Günstigerprüfung und Verlustverrechnung bis hin zu Teilfreistellungen, Steuerstundungen und Versicherungslösungen und einer durchdachten Entnahmestrategie. Ja, aber Steueroptimierung sollte ja nie isoliert betrachtet werden. Eine gute Vermögensstrategie nutzt die gesetzlichen Möglichkeiten dort, wo sie zur persönlichen Situation passen. Ohne Rendite, Sicherheit und auch die bekannte Flexibilität aus den Augen zu verlieren. Und wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Geldanlage steuerlich sinnvoll strukturiert ist, sprechen Sie uns auch gerne an bei Finanzstrategie, Sommese & Kollegen, betrachten wir nicht alleine nur einzelne Anlagen, sondern immer ihre gesamte Vermögensstruktur. Und da kann es durchaus sein, dass bei individuellen steuerlichen Fragen wir uns einfach mit dem Steuerberater oder der Steuerberaterin des Mandats zusammensetzen müssen, weil es da ja übergreifende Fragen geben kann. Genau. Und somit sagen wir Vielen Dank fürs Zuhören in der heutigen Folge. Ja, schön, dass Sie wieder dabei waren.
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