250 | Frauen und Finanzen – Klarheit gewinnen

Shownotes

Zum Weltfrauentag sprechen wir über ein Thema, das viele Frauen beschäftigt – oft im Stillen: den eigenen Umgang mit Geld.

In dieser Folge greifen wir zentrale Fragen auf, die uns in Gesprächen mit Mandantinnen immer wieder begegnen:
-Wie gehe ich mit einer möglichen Rentenlücke um? -Was bedeuten Teilzeitphasen langfristig für meine Vermögensstruktur? -Wie viel Liquidität ist sinnvoll – und wann wird Sicherheit zur Bremse? -Warum ist es wichtig, auch in Partnerschaften die eigene Vermögensstruktur zu verstehen? -Wie gehe ich mit einer Erbschaft verantwortungsvoll um?

Wir reißen diese Themen bewusst an und ordnen sie strategisch ein. Unser Ziel ist es, Klarheit zu schaffen – ohne Druck, ohne kurzfristige Empfehlungen.
Finanzielle Eigenständigkeit bedeutet nicht, alles allein entscheiden zu müssen. Sie bedeutet, die eigene Situation verstehen zu können.

Wenn Sie sich in einem der angesprochenen Bereiche wiederfinden und eine vertiefende Folge wünschen, freuen wir uns über Ihr Feedback per Mail an [kontakt@sommese.de](mailto:kontakt@sommese.de)

Finanzielle Klarheit. Für ein selbstbestimmtes Leben.

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00:00:00: Speaker: Herzlich willkommen zum Finanzdialog. Ich bin Nadine Koska von Liebensfeld und am Wochenende ist Weltfrauentag. Das nehmen wir heute zum Anlass, über ein Thema zu sprechen, das viele Frauen beschäftigt, nämlich den eigenen Umgang mit Geld. Wir werden heute einige Zentralbereiche nicht nur anreißen bzw nur anreißen können. Denn Altersvorsorge, Teilzeit, Trennung, Liquidität, Verantwortung als Paar sind Themen, die eine eigene Podcastfolge jeweils füllen könnten. Und wenn Sie merken, dass Sie sich für einen Punkt besonders wiederfinden und sich interessieren, freuen wir uns natürlich auf Ihr Feedback. Dann gehen wir gern gezielt noch einmal tiefer darauf ein. Ich spreche heute mit Dominique Mesmer, Finanzstrategin bei Sommese und Kollegen Fünf und fünfzig selbst Mama von drei Töchtern. Dominique. Schön, dass du heute da bist. Hallo Nadine, danke, dass ich heute hier auch mal im Podcast sprechen kann. Besonders zu diesem ach so wichtigen Thema. Ja, danke, Gerne, Dann gehen wir doch direkt mal darauf ein. Aktuell befinden wir uns in einer Zeit, die wirklich durch viele Unsicherheiten geprägt ist. Ich selbst habe auch zwei Töchter und man macht sich schon viele Gedanken um die Zukunft. Was sind denn im Moment die häufigsten Fragen, die dir im Beratungsalltag begegnen? Ja, ganz häufig geht es natürlich um die Altersvorsorge. Viele Frauen wissen, dass sie später weniger gesetzliche Rente bekommen werden durch Teilzeit, durch Auszeiten oder Phasen mit geringerem Einkommen. Das Bewusstsein ist schon da, aber der konkrete Plan fehlt. Und damit verbunden ist dann oft die Frage Reicht das, was ich bisher gemacht habe? Das ist oft natürlich auch genau dieses Gefühl. Eigentlich müsste man mehr tun, aber man weiß nicht genau, wo man ansetzen soll. Und was kann man sich leisten? Wie viel braucht man denn überhaupt im Alter? Ja, genau. Und deshalb beginnt unsere Arbeit meistens mit Transparenz schaffen, also einer Bestandsaufnahme Wo stehe ich heute, Wo will ich hin? Wie hoch sind die voraussichtlichen Rentenansprüche? Welche Vermögenswerte sind bereits vorhanden oder welche Rolle spielen sie im Gesamtkonzept? Erst wenn man das zusammenführt, wird aus dem Gefühl eine greifbare Situation. Genau, weil Altersvorsorge, Das ist ja ein wirklich sehr oft angesprochenes Thema. Und genau in diesem Zusammenhang ist ja Teilzeit auch für viele Frauen Realität und das auch auch oft aus guten Gründen. Denn wie wichtig ist es, dass man sich um seine Liebsten, seine Familienangehörigen kümmert? Aber das hat natürlich auch Auswirkungen, die diese Entscheidung mit sich bringt. Ganz genau. Also auch ich gehöre zu den Frauen, die viele Jahre sich um die drei Töchter gekümmert hat. die Frage. Die Entscheidung ist natürlich jedem überlassen. Es ist legitim, sich um die Familie zu kümmern. Mehr als das sowieso. Aber die finanziellen Auswirkungen fallen oft hinten runter oder vielleicht auch erst viel zu spät, dass einem das bewusst wird, was das denn insgesamt bedeutet. Denn insgesamt man hat weniger Einkommen, bedeutet weniger Sparpotenzial und dann letztendlich auch weniger Rentenansprüche. Absolut wichtig. Es geht um nicht, um vergangene Entscheidungen zu bewerten, sondern zu schauen, wie man mit der aktuellen Situation umgeht und die Finanzplanung neu strukturiert. Absolut. Und das ist ja das. Du hast das gerade angesprochen, das Kümmern um die Töchter. Aber oft ist es ja dann, je älter man wird. Oder wir werden auch das kümmern um die Eltern, die ja genau dann das wieder zurückgeben, was man als als Kind selbst bekommen hat. Richtig. Ja, und da darf man sich selbst dann auch keine Vorwürfe machen, sondern muss dann nicht zurückblicken mit Vorwurf, sondern eher nach vorne planen. Ja, ja, genau. Wenn ich weiß, dass eine Lücke entstehen wird, kann ich sie bewusst in meinen Vermögensplanung einbauen. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Das ist absolut richtig. Und ein weiterer Punkt, den wir oft hören, ist auch, dass manchmal zu hohe Liquidität geparkt wird auf dem Konto, was aber keine Verzinsung bringt und man es eben nicht investiert. Ja, im ersten Moment fühlt sich Liquidität auf dem Konto. Das fühlt sich sicher an Ich bin in jeder Situation liquide, kann reagieren. Man sieht das Geld auf dem Konto. Es schwankt nicht jederzeit verfügbar, aber langfristig verliert es auch an Kaufkraft. Stichwort Inflation. Das darf man hierbei nicht vergessen. Die entscheidenden Fragen lauten also Wie viel Liquidität ist wirklich notwendig und welcher Teil des Vermögens kann langfristig arbeiten? Oft entsteht Sicherheit nicht durch alles auf dem Konto, sondern durch eine klare Aufteilung. Da sind wir bei dem Thema, das du eben schon mal gesagt hast Struktur. Deswegen bin ich auch so ein großer Fan von dem vier bis sechs Konten Modell. Das kann man ja unendlich ausweiten. Also das heißt, dass verschiedene Töpfe für verschiedene Ziele und Ausgaben direkt quasi geplant werden, weil man dadurch natürlich eine Struktur hat, mit der man langfristig gut arbeiten kann. Ja, ganz genau. Die eiserne Reserve für ungeplante Ausgaben ist enorm wichtig. Genauso ist wichtig aber auch das Urlaubskonto. Wir müssen ja alle mal unseren Akku auffüllen. Das Sparkonto Bildungskonto. Und dann kommt natürlich auch das Vermögensaufbau Konto. Wichtig ist einfach Sparziele definieren. Vor allen Dingen macht es doch dann, wenn man solche Töpfe geschaffen hat, auch ein gutes Gefühl, wenn man einfach sagt okay, jetzt haben wir als Paar gemeinsam eben einen Betrag auf das Urlaubskonto angespart und eingezahlt. Und jetzt hat man überhaupt keine Probleme und dort auch den Urlaub genießen. Davon Das Ganze wird dann doch das Zimmer mit Meerblick. Genau so ist es. Ja, aber das ist eben auch so wichtig. Gerade mit dem Partner eben gemeinsam zu sprechen. Diese Verantwortung als Paar auch zu übernehmen. Denn in vielen Partnerschaften ist, so unsere Erfahrung kümmert sich auch oft nur ein Partner eben um das Thema Finanzen. Ist das. Kennst du das? Kann ich absolut bestätigen. Meistens ist einer hier federführend. Das funktioniert im Alltag auch meistens. Problematisch wird es aber dann, wenn eine Person keinen Überblick mehr hat oder dann ausfällt und der andere, der sich immer gekümmert hat, ausfällt. Ja, ja, ja. Deswegen ist es ganz wichtig, beide sollten Grundstrukturen kennen. Also man sollte sich auf jeden Fall immer wieder mal updaten, um zu sehen, welche Vermögenswerte gibt es? Wie sind sie investiert? Gibt es Risiken? Wenn ja, welche? Wo sind Passwörter? Auch ein ganz wichtiges Thema. Ganz großes Thema. Wo liegen die Unterlagen? Gibt es denn den Vollmachten Es geht nicht darum, alles selbst zu managen, aber zu verstehen, wie das eigene Vermögen aufgebaut ist. Ja, genau. Also, das sind ganz, ganz wichtige Fragen, die du stellst. Und das ist ja auch so ein Punkt, Da macht man ja im Alltag oft auch die Augen gerne davor zu oder schiebt das immer so weiter. Das ist so Aufschieberitis, da muss man sich tatsächlich dann auch selbst mal an der Nase packen und mit den Themen auseinandersetzen. Denn das ist dann auch so ein Punkt, wenn es zu einer leider sagt ja, dass die Statistik auch zu einem Trennungsfall kommt, zu einer Scheidung und man eben in der Situation ist, dass man eine Aufstellung des Vermögens braucht oder sehen muss, wo man selbst steht, dann wird das Thema plötzlich sehr konkret und da ist manchmal dann auch die Panik groß, wenn man keinen Überblick hat. Ganz genau. Absolut. Und dann zeigt es sich, wie wichtig doch die Transparenz ist. Ich wiederhole mich noch mal Welche Konten existieren, welche Anlagen, welche Verpflichtungen auch. Also finanzielle Eigenständigkeit heißt nicht, alles alleine zu regeln. Aber jeder sollte eigenständig handeln können und Bescheid wissen, denn im Notfall sollte man immer immer handlungsfähig bleiben. Ja, richtig. Also miteinander reden ist immer gut. Vielleicht kommt es gar nicht erst dazu. So ist es. Genau da kommen wir auch noch mal zu dem anderen Punkt. Vermögensnachfolge. Auch wieder statistisch bewiesen leider, dass die Frauen teilweise einfach länger leben. Dadurch erben Frauen eben auch oft Vermögen und fühlen sich dann aber, wenn sie sich vorher nicht damit auseinandergesetzt haben, auch unsicher im Umgang damit. Und da entsteht dann dabei auch oft ein innerer Druck, weil man will natürlich alles richtig machen. Gerade wenn auch vielleicht die Eltern entsprechend ganz lange dafür gearbeitet haben, auch hart dafür gearbeitet haben, dann möchte man ja auch das Vermögen bewahren, richtig strukturieren, klug investieren. Und wenn das eben jahrelang von jemand anders verwaltet wurde, dann hat man eben den Punkt, dass man jetzt auf einmal vor der Wahl steht, wenn es dann man sowieso emotional überlastet ist. Genau das spricht uns genau an! Eine Erbschaft bringt immer Verantwortung mit sich. Fachlich, aber auch emotional. Weil, wie du schon sagst, die Eltern haben etwas aufgebaut oder auch der Partner hat etwas aufgebaut und viele Frauen möchten das, was sie dann bekommen haben, bewahren und sinnvoll einsetzen. Und genau daraus entsteht für die Frauen dann dieser große Druck. die Angst nichts falsch machen. Und das ist emotional falsch zu machen und emotional sehr belastend dann auch. Ja, absolut. Deswegen mein Rat an dieser Stelle ist erstmal Zeit nehmen. Es gibt in den allermeisten Fällen überhaupt gar keinen Grund, sofort zu handeln. Kurzfristige Entscheidungen zu treffen. Erst einmal muss soll man verstehen, was. Was hat man übernommen? Welche Konten sind da? Welche Anlagen? Immobilien? Welche Verpflichtungen vielleicht auch damit verbunden sind? Also das ist absolut der erste Schritt, den man hier angehen sollte. Klarheit schaffen, Klarheit schaffen. Keine übereilten Schritte. Und dann, erst im nächsten Schritt, geht es darum, die eigene Situation und die eigenen Ziele daneben zu legen. Was brauche ich denn jetzt? Kurz mittel oder langfristig? Und welche Aufgaben hat die Erbschaft vielleicht mit sich gebracht? Wie kann das eigene Leben das eigene? Genau, weil ich bin jetzt dafür oder die Frau, die der Erbe ist dafür verantwortlich. Wie gehe ich jetzt damit um? Wie passt das jetzt zu meinem Leben? welche Aufgaben muss ich erfüllen, wenn dieser Rahmen geklärt ist? Was kann ich mit der Erbschaft machen. Wie kann ich sie vernünftig fortführen? Und Dominique, wenn dieser Rahmen klar ist und man die Erbschaft dann in eine strukturierte Vermögensarchitektur einbinden kann, dann werden natürlich auch die Bausteine dann klar, die man für die Zukunft braucht. Und damit wird auch Unsicherheit Stück für Stück eben ersetzt. Ja, ja, genau. Und so steht entsteht aus Unsicherheit Schritt für Schritt eine Entscheidungsfähigkeit und man bekommt wieder Ruhe. Und der der Druck lässt deutlich nach. Ja, absolut. Also ich erlebe das auch oft so, dass eben nicht die fehlende Disziplin das Problem ist, sondern diese fehlende Einordnung und Struktur zu Beginn. Viele Frauen haben auch Vermögen dann schon aufgebaut, aber nie wirklich strukturiert betrachtet. Und solange dieser Überblick fehlt, bleibt ein Gefühl von Unsicherheit, selbst wenn eben objektiv schon viel erreicht wurde. Und das eben finde ich ein ganz wichtiger Punkt, dass Unsicherheit genommen wird und durch Klarheit ersetzt wird. Genau. In den meisten Fällen fehlt nicht die Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen. Es fehlt einfach der Überblick. Wenn Vermögen über Jahre gewachsen ist, sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt und vielleicht nie bewusst strukturiert wurde, entsteht schnell das Gefühl von Komplexität oder dann eben eine Überforderung. Unsere Aufgabe und so verstehe ich das hier auch in unserem Beratungsalltag ist dann nicht, möglichst viele Ideen zu liefern, sondern Ordnung herzustellen. Klarheit, Klarheit bringt Sicherheit. Also wir klären, welche Mittel dienen der Sicherheit, welche dienen für langfristigen Wachstum und welche Risiken sind bewusst gewollt und vielleicht oder auch unbewusst entstanden? Wenn wenn die Struktur erstmal sauber definiert ist, dann entsteht die Ruhe. Der Druck ist weg und die Ruhe kommt da. Ich kann einfach wieder klar über meine über mein Vermögen nachdenken. Das gilt dann unabhängig, ob wir hier über ein hundert tausend Euro oder über ein deutlich größeres Vermögen sprechen die Summe, verändert die Größenordnung, nicht die Logik. Das ist also im Grunde, wenn ich das jetzt noch mal so höre, was du gerade gesagt hast, ist es ja auch oft dann scheinbar im Beratungsalltag bei dir so, Das kann ich nur bestätigen bei mir, dass man im Grunde eher jemand an die Hand nimmt, an der Seite steht und gemeinsam erstmal so einen großen Überblick mit Ruhe und Klarheit vermittelt, bevor man dann im Aktionismus handelt. Absolut. Genau das ist der Punkt. Ja, denn Also wichtig sind hier in erster Linie für die Altersvorsorge. Sie beginnt immer mit der Transparenz, also die Bestandsaufnahme Wo stehe ich denn jetzt aktuell? Ein ganz wichtiger Punkt. Genau. Also quasi unsere drei Gedanken waren dazu. Also Altersvorsorge beginnt mit Transparenz, was du sagst. Dann der zweite Punkt Sicherheit entsteht durch die Struktur und die Festlegung des Ziels. Wo will ich, wo will ich hin? Wie viel brauche ich wann genau? Und dann eben Finanzielle Eigenständigkeit heißt auch, Eigenverantwortung zu übernehmen und sollte nicht auf den geeigneten Zeitpunkt warten, sondern einfach starten, nachdem man sich den Überblick verschafft hat. Klarheit hat, Transparenz hat, ein sicheres Gefühl bekommen hat und dann losmarschieren, Einfach mal loslegen. Genau. Also wenn eines der heute angerissenen Themen, die wir wirklich nur angerissen haben, für Sie besonders interessant ist und Sie beschäftigt, schreiben Sie uns gerne. Wir greifen einzelne Bereiche auch noch mal aus, gehen da ausführlicher darauf ein. Denn nach unserer Vision finanzielle Klarheit für ein selbstbestimmtes Leben stehen wir genau dafür. Vielen Dank, Dominique, für das Gespräch. Danke vielmals.

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